Einstieg in den 3D-Druck

Viele stellen sich die Frage wie schaffe ich den Einstieg in den 3D-Druck? Ist das überhaupt was für mich?

Endgültig beantworten lässt sich diese Frage meist nicht ohne es zu versuchen. Dennoch sollte man eine gewisse Frustresistenz mitbringen da gerade am Anfang viel daneben geht. Ich selber habe ca. 1kg PLA „verschwendet“ bis ich mit den Drucken zufrieden war. Wobei auch hier zufrieden sein nicht bedeutet, das man es wirklich ist.

Des Weiteren sollte man ein gesundes technisches Verständnis mitbringen, da zum einen sehr viele bewegliche Bauteile mechanisch anfällig sind, zum andern die elektrischen Antriebe teils eingerichtet und eingestellt werden müssen und das Ganze natürlich über einen Mikrocontroller gesteuert wird. Wie weit man in den einzelnen Bereichen fit sein sollte hängt stark von dem gewählten Drucker ab.

Testen ohne Geld?

Wenn man mit dem Drucker tatsächlich eigene Ideen umsetzen möchte und nicht nur fertige Projekte anderer nachbauen will, dann muss man sich mit 3D Software auseinandersetzen. Da diese teilweise kostenfrei zu nutzen ist kann man hier schon mal probieren ob einem die Konstruktion von Bauteilen oder Dekoartikeln, je nachdem was man vor hat, Spaß macht. Kommt man mit der Software klar?

Für das Modellieren von komplexen Dekoartikeln kann man sich z.B. „Blender“ ansehen dieses Programm ist „open Source“ und kann Kostenfrei genutzt werden. Des weiteren hat es eine sehr große Community und man findet im Netz sehr viele Tutorials. Aber da das Programm sehr mächtig ist sollte man viel Zeit mitbringen.

Sollte man aus dem bereich der Programmierung kommen ist OpenSCAD eine gute Idee. Hier werden 3D-Objekte mit einer Skriptsprache erstellt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man Seine Bauteile über Variablen skalierbar machen kann. Dennoch kann man hier nicht mit drag&drop Kanten verschieben was das ganze eher für „mathematische“ als für „creative“ Nutzer attraktiv macht.

Am Ende muss jeder seinen Favoriten aus den im Netz verfügbaren selber Auswählen. Die Bedingung sollte jedoch sein, dass das Programm in das STL Format exportieren kann.

Bausatz oder Fertiggerät?

Ich habe meinen Prusa I3 (Anycubic) als Bausatz bestellt und selber zusammen gebaut. Das würde ich jedem empfehlen der eine gewisse technische Vorbildung besitzt, da man so von vorne herein viel über Aufbau und Funktion seines Druckers lernt und im Fehlerfall eher auf das Problem kommt. Abgesehen davon baut man eine „emotionale Bindung“ auf die zumindest mich häufig zum weitermachen getrieben hat. Bei fertigen Geräten hat man eher Angst rein zu schauen, da man fürchtet die Garantie zu verlieren, bei einem Bausatz nimmt man alles nochmal auseinander uns sucht nach dem Fehler. Abgesehen davon lassen sich hiermit leicht ein paar hundert Euro sparen.

Worauf sollte man achten?

Da ein Kollege mich auf dieses Hobby brachte konnte ich ihn vor meiner Anschaffung löchern um seine Fehler nicht zu wiederholen.

Hier die Liste die dabei raus kam:

  1. Der Bauraum sollte groß genug sein, ich habe mich gewundert, wie schnell man auf Ideen kommt die meine 20x20x16cm Bauraum auslasten.
  2. Das Druckbett sollte beheizbar sein. Das erleichtert die Einstellung der Temperaturen und vermindert das Warping.
  3. Der Rahmen sollte stabil sein um die Vibrationen von den Druckbewegungen möglichst gut zu stabilisieren. Die Vibrationen sieht man als Wellenform in den Drucken. Hier liegt einer der Schwachpunkte meines Druckers.
  4. Der Temperaturbereich des Extruders sollte groß genug sein um möglichst viele Materialien verwenden zu können.
  5. Aufgrund der größeren Auswahlmöglichkeiten beim Material ist ein 1,75mm Extruder gut aber nicht zwingend notwendig.
  6. Ein Bauteilkühler mit Luftführung ist für komplexere Bauteile nahezu unerlässlich.
  7. Eine Schichtdicke bis runter auf 0.1mm sollte möglich sein.
  8. Die Positioniergenauigkeit sollte irgendwo im Bereich von 0.05mm oder kleiner liegen.
  9. Wie groß ist die Community des Druckers, gibt es genug Informationsquellen? Die Anleitungen und der Herstellersupport ist bei den günstigeren Modellen meist suboptimal.

Mit diesen Informationen und gefühlt wochenlangem lesen von Testberichten, abwägen meines Budgets (Wie viel Geld investiert man in ein Hobby von dem man nicht weis wie lange man Spaß dran hat?) bin ich dann auf den Anycubic Prusa i3 gestoßen der zwar keine sehr große Community bietet aber preislich mit ca. 300€ in einem Rahmen war den ich bereit war in kauf zu nehmen.

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